von Isabell Grinda
Veröffentlicht in: Hosting News, Produkte, Tipps & Tutorials

Was sich seit Jahren abgezeichnet hat, ist vor kurzem eingetreten: IP-Adressen des am weitesten verbreiteten Standards IPv4 sind seit kurzem in Nordamerika nicht mehr erhältlich. Die American Registry for Internet Numbers (ARIN), welche für die Vergabe von IP-Adressen in Nordamerika zuständig ist, gab kürzlich bekannt, dass das letzte Paket mit 256 Adressen vergeben wurde. Neue IP-Adressen sind somit nur noch erhältlich, wenn Unternehmen Ihre Pakete zurück geben.

Die IP-Adresse zur Identifizierung im Internet

Eine IP-Adresse bezeichnet die Adresse in Computernetzen, welche auf dem Internetprotokoll (IP) basiert. Die IP-Adresse wird benutzt, um Daten von einem Absender zu einem Empfänger zu verschicken. Ein Beispiel für eine klassische IPv4-Adresse wäre 192.0.2.42. Jede der vier Zahlen kann einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen, was zu einer sehr hohen Zahl von möglichen Kombinationen führt.

Das IPv4 System ermöglicht insgesamt 4.294.967.296 Adressen. Schon im Jahr 2008 wurden 85 Prozent der möglichen Adressen in Nordamerika im Internet verwendet. Auch in anderen Erdteilen, wie Asien und Europa sieht es ähnlich aus, nur Afrika dürfte noch einige Jahre mit den bisherigen IPv4 Adressen auskommen. Eine IPv4-Adresse verfügt über 32 Stellen, während IP-Adressen mit dem IPv6-Standard über 128 Stellen verfügen.

IPv6 als Standard für die Zukunft

So dramatisch dies jetzt klingt, gibt es jedoch bereits eine funktionierende Lösung, denn der Nachfolger IPv6 ermöglicht theoretisch gewaltige 340 Sextillionen IP-Adressen, was für lange Zeit reichen dürfte. Doch obwohl IPv6 bereits seit 1998 existiert, wird es bisher nur wenig benutzt. Etwa 16 Prozent der großen, meistbesuchten Webseiten sind Stand jetzt über IPv6 erreichbar. IPv6 ist jedoch nicht nur zukunftssicher, weil es eine schier unendliche Zahl an verschiedenen Adressen ermöglicht, sondern auch, weil das neue Protokoll messbare Geschwindigkeitsvorteile bringen soll. Messungen haben bisher Steigerungen von zehn bis 15 Prozent ergeben. Aktuelle Betriebssysteme unterstützen den neuen Standard bereits, dennoch haben sich bis jetzt die wenigsten Webseiten-Betreiber für einen Umstieg von IPv4 zu IPv6 entschlossen, da damit auch ein gewisser Aufwand verbunden ist.

Handel mit IPv4-Adressen wird sich verstärken

Durch den Mangel an IPv4-Paketen existiert schon seit einiger Zeit ein reger Handel mit IP-Adressen-Paketen. Bisher konnte man nur einmal pro Jahr einen Block IP-Adressen übertragen. Mit der Erschöpfung der freien IP-Adressen fällt diese Beschränkung nun aber weg, was den Handel mit IP-Adressen wahrscheinlich noch mehr befeuern wird.

Creative Commons Lizenzvertrag
Alle IPv4-Adressen in Nordamerika aufgebraucht von Keyweb AG ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

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