von Sabrina Stein
Veröffentlicht in: Hintergrund

Warum gibt es so wenige Frauen in der IT? Noch häufig ist es so, dass veraltetes Rollendenken Einfluss auf die spätere Berufswahl hat. Viele junge Mädchen entscheiden sich eher für die „typisch weiblichen“ Berufsfelder, als für die technisch mathematischen Tätigkeiten. Kein Wunder also warum die IT-Branche wie bisher von Männern dominiert wird. Dabei bieten IT-Berufe auch für Frauen besonders in Zeiten der Digitalisierung viele Perspektiven für die Zukunft. Sollte das nicht schon Grund genug sein, über einen Job in der IT nachzudenken? In diesem Blogbeitrag möchten wir zeigen, wie Frauen die IT-Branche in Zeiten des digitalen Wandels für sich entdecken können.

Zwei junge Mitarbeiterinnen im Rechenzentrum an einem Laptop

Ab und an erwischen wir uns noch dabei, Männer- und Frauenberufe zu klassifizieren und je nach Geschlecht einzuordnen. Hören wir von einem Beruf, der überwiegend mit Technik in Verbindung gebracht wird, assoziieren wir ihn automatisch als Männerberuf. Vergleichbar ist diese Denkweise z. B. mit den Berufen Programmierer und Erzieher und der Zuordnung der Farben Blau und Rosa.


Mehr Begeisterung für die IT-Branche

Stellen wir uns einmal vor, wir sind ein Mädchen der 9. Klasse und wissen noch nicht, was wir beruflich machen möchten. Wahrscheinlich werden wir in der Schule nicht unbedingt für eine Karriere im technischen Bereich vorbereitet, weil Jungs hierfür mehr Verständnis aufbringen würden. Uns wurde vielleicht bisher auch kein weibliches Vorbild präsentiert, welches die IT-Branche vertritt. Das Einzige was uns im Kopf herumschwirrt, sind die Berufe für die sich andere Mädchen in unserem Alter entschieden haben: Erzieherin, Krankenschwester, Einzelhandelskauffrau, Zahnmedizinische Angestellte oder Bürokauffrau.

Wenn das Rollendenken bereits fest verankert ist und das bestehende Missverhältnis in technischen, handwerklichen Bereichen als „normal“ wahrgenommen wird, ist es schwer von diesem Muster loszukommen. Eine Jugendliche, die noch nicht genau weiß, was sie später machen möchte, interessiert sich vermutlich nur dafür, wofür sie auch begeistert wird. Wenn die Motivation für technische Berufsfelder nicht gegeben ist, besteht auch die Chance nicht, eine Leidenschaft darin zu entdecken. Auf dem Weg zur Berufsorientierung werden den Mädchen womöglich zu wenig Türen für neue Perspektiven geöffnet. Hinter einer dieser Tür zum Beispiel steht die IT-Branche, die in Zeiten der Digitalisierung ohne Unterlass an Bedeutung gewinnt. Wie können also junge Frauen ermutigt werden, diese Tür ohne Drang selbst zu öffnen?


Die Lösung!

Mit drei einfachen Gründen möchten wir veranschaulichen, warum auch Frauen IT-Berufe für sich als Karrierechance nutzen sollten.


1. Die IT als zukunftssichere Karrierechance

Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz und die Realität der Digitalisierung hautnah mitzuerleben, wird heutzutage spannender denn je. In der IT-Branche sitzen wir sozusagen an der Quelle der dynamischen digitalen Welt, die eine gute Grundlage zur Entwicklung neuer innovativer Ideen und Technologien schafft. Hierbei ist gewisse Neugierde und ein gutes Gespür für neue Trends gefragt, um stets auf dem neusten Stand zu bleiben, denn kaum eine Branche bewegt sich so rasant wie die IT. Das führt auch dazu, dass die Flexibilität und Bedeutung der Jobs in der IT wie z. B. von IT-Systemadministratoren, Programmierern oder IT-Systemkaufleuten im Laufe der nächsten Jahre kontinuierlich ansteigen wird. So bewährt sich die Wahl eines IT-Berufes eindeutig als zukunftssicher während Begriffe wie „Langeweile“ und „Unsicherheit“ in der IT schon längst nur noch in einem Fremdwörterbuch zu finden sind.

Digitalisierung heißt auch, dass unaufhörlich flexibles Arbeiten in den Vordergrund rückt. Die Einführung familienfreundlicher Arbeitsmodelle gelten hierbei als unvermeidlich, wenn von mehr Frauen in der IT-Branche die Rede sein soll. Digitale Arbeitsplätze zum Beispiel ermöglichen das flexible Arbeiten von zu Hause aus und bieten eine gute Basis für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.


2. Warum IT vielfältiger ist als man (Frau) denkt

Ein Job in der IT verspricht neben Zukunft und Sicherheit vor allem auch Vielfalt, denn hinter IT-Berufen steckt mehr als nur komplexe Technik, die lediglich Männer verstehen. Besonders wenn es um die Umsetzung neuer Ideen geht, bedarf es kreativer Köpfe. Denkt man hierbei an agile Projektmanagement-Methoden wie Scrum, Design-Thinking und Kanban, können mit etwas Kreativität und Engagement zukunftsorientierte Lösungen für die umfangreichsten technischen Herausforderungen entstehen. Gute Entwürfe, Designs und sogar Prototypen lassen sich simpel mit Hilfe verschiedener Tools erstellen - und dafür müssen wir noch nicht mal programmieren können. Liegt ein guter Entwurf beispielsweise für eine Webseite vor, ist es an der Zeit die Benutzerfreundlichkeit (Usability) dieses Entwurfes zu untersuchen. An diesem Punkt setzen wir uns mit den Fragen auseinander: Was macht eine gute Webseite aus? Ist sie für den Nutzer übersichtlich dargestellt? Hat sie eine gute Navigation? Welche passenden Bilder und Texte könnten eingebaut werden? Am Ende soll die Benutzung der Webseite für den Besucher so einfach und angenehm wie möglich sein. Erst wenn dies gewährleistet ist, wird sie von IT-Spezialisten und Programmierern so programmiert, dass sie im Internet erscheinen kann. Auf Frauen mit einem guten grafischen Gespür oder einer kreativen Ader, können also in der IT - jenseits von Programmierungen - spannende Aufgaben warten.


3. Weibliche Vorbilder in der IT

Wie ermutigen wir Frauen dazu den Schritt in die IT-Branche zu wagen?

Um Frauen mehr für die männerdominierte IT-Branche zu motivieren, brauchen wir vor allem eines – weibliche Vorbilder, die uns zeigen, IT kann auch für uns Frauen interessant sein. Vorbildcharakter zeigt bereits Ada Lovelace, die als erste Programmiererin der Welt gilt und mit ihrem entwickelten Algorithmus ihrer Zeit - dem 19. Jahrhundert - bereits weit voraus war. (Quelle: www.heise.de/newsticker/meldung/Ada-Lovelace-Day-Frauen-als-Vorbilder-in-der-IT-208991.html). Dass es weibliche Vorbilder heute gibt, beweist der Eco-Verband der Internetwirtschaft und stellt in einer Interview-Reihe „Frauen in der Tech-Branche“ motivierende und talentierte weibliche Fach- und Führungskräfte in der Technik-Branche vor. Interviewt wurden z. B. Melanie Buck, Chief of Staff bei GoDaddy und Simone Menne, Multi-Aufsichtsrätin u. a. bei BMW, Johnson Controls und Deutsche Post. (Quelle: www.eco.de/presse/3-gute-gruende-fuer-mehr-frauen-in-der-it/). Als IT-Unternehmen weibliche Fachkräfte in die Außendarstellung mit einzubeziehen bewährt sich mit Sicherheit als wertvolle Methode um IT-interessierte Frauen anzuziehen, die sich vorerst nicht in die Männerdomäne IT trauten.


Der erste Schritt in die IT-Branche

Interessierte Schülerinnen bekommen schon frühzeitig Möglichkeiten in Form von Praktika, Berufswahlveranstaltungen, Tag der offenen Türen in technische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufsfelder hineinzuschnuppern. Ein wertvolles und bekanntes Projekt zur klischeefreien Berufsorientierung junger Schülerinnen ist der „Girls Day“, der jährlichen an einem Tag vom Kompetenzzentrum veranstaltet wird. An diesem Tag organisieren Unternehmen aus männerdominierten Branchen ein Kennenlernprogramm für die Mädchen und tragen es als Angebot im Girls‘Day Radar auf der Webseite ein. Von dort aus können sich die Schülerinnen für ein Angebot ihrer Wahl anmelden.

Dieser Blogbeitrag hat gezeigt, dass die Relevanz der Zukunft, die Vielfalt der IT-Berufe und weibliche Vorbilder die Wahrscheinlichkeit erhöhen können, mehr und mehr Frauen für die IT-Branche zu begeistern und sie zu ermutigen den Schritt in diese Branche zu wagen. Vielleicht wurden sogar mit diesem Beitrag bei der einen oder anderen Frau Impulse ausgelöst, die das Interesse für die IT-Branche geweckt haben.

Wer mehr über Jobmöglichkeiten in der IT beispielsweise bei der Keyweb AG erfahren möchte, kann sich außerdem auf dieser Karriereseite informieren: https://www.keyweb.de/de/keyweb/karriere


Ein Blogbeitrag von Philine Heß